
Oder warum hast du so große Zähne Großmutter?
Es war eine lange Nacht. Die längste von allen wenn sie mich fragen. Hatte schließlich seid gut einer Woche keine Sonne mehr gesehen. Wissen sie, ich hatte mir dieses ganze Vampirsein schon etwas anders vorgestellt, vor allem leichter. Aber was tut man nicht alles, wenn man vollgepumpt mit Drogen einem Kerl wie Baltasar begegnet? Zu ihm war ich gerade übrigens unterwegs, hatte die Bus-Linie 3 bis zum Bahnhof genommen und stand nun etwas unschlüssig vor seiner „hochgeheimen“ Zuflucht. Diese staubige alte Lagerhalle, die Baltasar sein Zuhause nannte, war wirklich nicht mehr im allerbesten Zustand. Aber was sollte ich mich beschweren? Er gab sich Mühe mit mir. Zumindest sein Äquivalent dazu. Wie immer saß er in seinem zerbeulten Morgenmantel auf seiner Lieblingsobstkiste und lächelte mich etwas verwirrt an
„Sei mir gegrüßt Küken. Oder nennen sie euch mittlerweile wieder Welpe? Naja, seltsame Camarillabräuche eben. Wen interessierts? Also du bist der Neue in der Stadt ?“ Sie können sich meinen Blick vielleicht vorstellen. Als ich ihn darauf hinwies, dass er meine Existenz zu verantworten habe, schnappte er nur ein „Wie ?“ in den Raum und antwortete: „Richtig ich bin dein Erzeuger, also sollte ich das wohl am besten wissen. Kein Grund so vorlaut zu werden. Deine Manieren lassen zu wünschen übrig. Zu meiner Zeit wäre so etwas nicht passiert, wobei zu der Zeit auch nicht alles so großartig war. Ich sollte wirklich einmal mit deinem Erzeuger sprechen. Hmmm wo waren wir? Richtig DU...NEU...Unterweisung.... jetzt ist der Groschen gefallen.
Also das mit dem üblichen Blutsaugerkram, Sonne und dem Stock durchs Herz habe ich dir ja schon alles erzählt. Kommen wir heute also du deiner zweiten Lektion. Der Clan, die Camarilla, der grüne Hase und der ganze Rest. Das mit dem grünen Hasen ist eher meine eigene Theorie, dazu später mehr, das ist nun wirklich zu komplex um es so knapp zu erklären.
Kommen wir erst zu unserem stolzen Clan und seiner Geschichte. Versager, Irre, Spinner und Mondsüchtige: So und ähnlich werden wir genannt. Aber lass dich nicht täuschen. Wir sind ein Clan mit langer Tradition und einer stolzen Vergangenheit. Unser Clansgründer Malkav war natürlich das Lieblingskind Kains. Und wie sollte er es auch nicht gewesen sein? Was bekamen die anderen Clans schon von Kain? Die Nossis sind hässlich wie die Nacht, die Ventrue können böse gucken und die Torris sind sich selbst dafür zu gut. Über den Rest brauchen wir gar nicht erst reden. Aber Malkav....nun er hatte eine besondere Gabe und ich meine nicht das er weiter Kirschkerne spucken konnte als der ganze andere Haufen. Obwohl das gut möglich wäre. Nein er bekam die befreiende Gabe des Sehens. Während die anderen Kinder Kains blind durch die erste Stadt taumelten, um ihren eigenen, kleinlichen Vorhaben nachzugehen, das warf unser Clansgründer bereits einen Blick hinter die Schleier der Realität. Und was er sah machte ihn anscheinend ganz und gar nicht glücklich. Oder aber viel zu glücklich... Je nachdem. Was danach mit seinem Geist geschah und wenn, ob und vor allem warum er heute noch unter uns ist weiß selbst ich nicht. Und das will was heißen...“
Bisher hatte ich seinen Ausführungen aufmerksam gelauscht, aber so langsam kroch an meinem Rücken eiskaltes Entsetzen empor bis es schließlich meinen Nacken erreichte und wie ein Haufen toter Quallen meinen Kopf ausfüllte. Ich erkenne dumme Propaganda wenn ich sie höre und sollte das heißen ich würde auf jeden Fall so enden wie Baltasar? Nix gegen das Bluttrinken und den ganzen Rest.... Aber den Verstand verlieren? Das hörte ich heute zum ersten Mal! So hatten wir nicht gewettet...Baltasar dieser Bastard hatte mir in dieser verregneten Novembernacht vor einer Woche im „Orpheus Dream“ nur von den ganzen Vorzügen erzählt. Nichts davon ein sabbernder Irrer zu werden. Ich dachte er wäre eben so...aber ich nicht. Ich würde niemals so sein. NIEMALS.
Das würde ich ihm heimzahlen müssen. Die Quallen in meinem Schädel machten von einer Sekunde auf die nächste einem brutalen Druck Platz, der begleitet wurde von purem Zorn der begann durch meine Adern zu rinnen wie flüssiges Feuer. Sein Blick wirkte nur milde überrascht als ich meine Fänge in sein hässliches Gesicht schlug und begann sein verfluchtes Blut in mich aufzunehmen.
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Ich zog besorgt die Augenbrauen zusammen als ich die Zeitung aufschlug. Schon wieder ein Obdachlosenmord in der Nähe des Bahnhofs. Mit dieser Stadt ging es wirklich bergab. Und diese Kopfschmerzen, wegen denen ich den ganzen Tag nicht aus dem Bett gekommen war. Überhaupt nicht meine Art normalerweise. Ich nahm mir vor abends ein bisschen vor die Tür zu gehen. Das würde mir gut tun. Ein Freund hatte mir von einer netten Kneipe in der Innenstadt namens „Orpheus Dream“ erzählt. Dort sollten sich allerlei wunderliche Gestalten herumtreiben....
Nun vielleicht würde der Tag ja unter Umständen noch interessant werden.
Der Clan Malkavian in Münster
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